Die Geschichte des SSV 1920 Bad Hönningen...

 

In der zeiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts kam das Fussballspiel von England auf das europäische Festland. Vorwiegend in Deutschland fand das Spiel mit dem runden Lederball begeisterte Anhänger und schnelle Verbreitung. Um die Jahrhundertwende wurden zahlreiche Fussballvereine gegründet. Der DFB konstituierte sich 1900.

 

1920 beschlossen einige sportbegeisterte Anhänger des runden Lederballs in Hönningen einen Sportverein zu gründen. Es waren Alfons Esch, Willi Fischer und Eugen Hortmann. Willi Fischer ging mit einer Liste von Haus zu Haus, in der sich sportbegeisterte Anhänger eintragen konnten. 24 Anhänger konnte er werben, so das eine Gründungsversammlung einberufen werden konnte. Am 31. März 1920 fand die Gründungsversammlung in Gasthaus Dillmann statt.

Bis zum Oktober 1920 gehörte der SSV noch keinem Verband an. Nur in den nächstliegenden Ortschaften wurden die Sportfeste besucht. Hier wurden in 2x15 Minuten Pokalspiele ausgetragen. Hier ging unsere Fussballelf des öfteren als Pokalsieger hervor. So wurde der Name SSV immer mehr bekannt. Durch unermüdliche Verhandlungen mit dem Graf v. Westerholt gelang es, in kürzester Zeit eine Sportplatzanlage zu erhalten und zwar den Teil der Rheinwiesen, wo sich heute das Thermalschwimmbad befindet. Erwähnenswert ist, dass der SSV bereits gegen Ende Dezember 1920 über 4 Senioren-Mannschaften und 2 Jugend-Mannschaften verfügte. In den 20er Jahren besaß der SSV auch eine sehr rührige Leichtathletikabteilung.

 

Den größten Erfolg errang die 1.Fussballmannschaft am 8.1.1933, als sie als einzige Mannschaft von den 4 Bezirksklassen sich bis zur Vorendrunde der Pokalspiele am Mittelrhein durchringen konnte. Gegen Rheinland Mayen wurde sie in Mayen vor etwa 2000 Zuschauern knapp mit 3:2 geschlagen. Bis Mitte 1933 konnte die Bezirksklasse gehalten werden.

Ostern 1950 konnten wir das 30jährige Stiftungsfest vor allem Saale begehen. Für 30jährige Mitgliedschaft im Verein wurden geehrt: Franz Klutmann, Jakob Hanenberg, Eugen Hortmann und Willi Fischer. Für 25jährige Mitgliedschaft: Alois Kesselheim, Hermann Willscheid, Hermann Hohn und Hans Gass. Willi Fischer ist außerdem 30 Jahre Geschäftsführer.

 

Bei dem Altherrenturnier im Juli 1951 waren u. a. zu Gast: Alemannia Aachen mit dem Nationalspieler Reinhold Münzenberger und Beuel 06 mit dem Nationalspieler Franz Elbern und seinen Brüdern. In der Saison 1951/52 kämpfte die erste Fussballmannschaft in der höchten Amateurklasse - in der Landesliga - mit wechsenldem Erfolg. Die sich anbahnende, so dringend notwendige Verjüngung des Vereins war schuld an unserem Abstieg in die 2. Amateurliga für das Spieljahr 1952/53. Im Zuge der Mannschaftsumformung fielen wir dann sogar für die Saison 1953/54 in die Kreisklasse ab.

1955 feierte der SSV sein 35jähriges Vereinsjubiläum. Ostermontag fand ein großes Jubiläumsfussballturnier mit den Nachbarsvereinen statt. Abends wurden im Saale Rüssel die gestifteten Pokale überreicht. 1955/56 spielte Bad Hönningen in der 2. Amateurliga, Staffel Koblenz-Nord. 1957/58 wurde Bad Hönningen Meister der Gruppe Koblenz-Nord und mußte mit den beiden anderen Staffelsiegern von Koblenz-Süd und Koblenz-West, Diez und Woppenroth um die zwei freien Plätze in der 1. Amateurliga spielen. Diez und Hönningen glückte der Aufstieg. Dies darf wohl als einer der Höhepunkte in der Vereinsgeschichte bezeichnet werden. Fünf Jahre lang spielte der SSV 1920 Bad Hönningen in der höchsten Amateurklasse. Die Elf war meist im Mittelfeld plaziert. Einige Male aber mußte im Endspurt der Klassenverbleib gesichert werden. Man erinnert sich großer Spiele gegen Sinzig, VfL Neuwied, Wissen, Hersdorf, um nur einige zu nennen.

 

Von 1963/64 an spielte der SSV 1920 Bad Hönningen in der Bezirksklasse, wechselnd in Gruppe Ost und West. Auch in dieser Zeit sah man in unserer Stadt guten Fussball. Besonders die Kämpfe um den Klassenverbleib, die teilweise werkstags ausgetragen wurden, brachten hervorragenden Sport.

Nach stufenweisem Abgang einiger guter auswärtiger Spieler wurde dann aber die Spielstärke geschwächt, so dass nach der Saison 1968/69 der Abstieg in die A-Klasse erfolgte und ein Jahr später schon ein weiterer Schritt nach unten in die Kreisklasse getan werden musste. Daran ist allerdings maßgeblich Schuld, das Bad Hönningen infolge der starken Hochwasserschäden 1969/70 von November 1969 an bis März 1971 kein Spiel mehr auf eigenem Platz austragen konnte.

 

Es bleibt nachzutragen, dass 1965 anlässlich des 45jährigen Vereinsbestehens der 1.Vorsitzende Dr. Karl Rüssel und stellvertr. Geschäftsführer Gustav Schneider die goldene Vereinsnadel und folgende Mitglieder die silberne Vereinsnadel erhielten: Alois Orth, Franz Marra, Heinz Sauermann, Sebastian Mehren und Walter Biastock. Der Verein wurde in diesem Jahr ins Vereinsregister eingetragen und nennt sich: SSV 1920 Bad Hönningen e.V

 

1969 war anlässlich der 950-Jahr-Feier Bad Hönningens das Jahr der Stadterhebung. Aus diesem Anlass fand innerhalb der Festwoche im Juli ein Werbespiel zwischen TuS Neuendorf und Bonner SC statt. 3000 Zuschauer sahen das Spiel, das TuS Neuendorf 4:2 gewann.